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7 Tipps, um deine Leuchtstoffröhren auf LED umzurüsten

Es flackert, es dauert, dann wird es endlich Licht: Die gute alte Leuchtstoffröhre verströmt die Romantik industrieller Produktionshallen, inzwischen hat sie aber ausgedient. Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten ist angesagt. Denn die LED Tube haben einen niedrigeren Stromverbrauch, gelten als umweltverträglicher und sogar langlebiger. Aber wie ist das mit Vorschaltgerät und Starter? Kannst du wirklich so einfach die Leuchtstoffröhre gegen die LED tauschen?

Warum überhaupt umrüsten?

Zum einen haben LED-Röhren gegenüber den alten Leuchtstoffröhren zahlreiche Vorteile, aber nur wenige Nachteile. Zum anderen tritt ab dem 1. September 2023 ohnehin ein Verbot für die gängigen T8 Leuchtstoffröhren in Kraft.
Deswegen ist es sinnvoll, nach und nach jede einzelne Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten zu lassen oder das selbst in Angriff zu nehmen. LED-Röhren sind extrem energieeffizient im Vergleich zu den alten Leuchtstoffröhren. Der Stromverbrauch sinkt also nach der Umrüstung. Gleichzeitig ist die Umweltbelastung geringer, denn in der LED ist kein Quecksilber verbaut, in der Leuchtstoffröhre dagegen schon.

Leuchtstoffröhren schalten sich nicht sofort ein, wenn der Lichtschalter betätigt wird. Das anfängliche, von einem mehr oder weniger lauten Summen und Knacken begleitete Flackern dauert mit der Zeit immer länger:

Leuchtstoffröhren haben eine begrenzte Lebensdauer. Jedes Ein- und Ausschalten verkürzt das Leben der Leuchtstoffröhre. Wir sprechen hier von einer begrenzten Anzahl von Schaltzyklen über die Lebensdauer der Leuchtstoffröhre. Bei der LED ist diese Anzahl an Schaltzyklen ungleich höher. Die LED ist gegenüber der Leuchtstoffröhre deshalb langlebiger, was ebenfalls zu höherer Umweltverträglichkeit und letztendlich einer Kostenersparnis beiträgt.
Der Unterschied zeigt sich schon beim ersten Einschalten: Die LED flackert nicht und liefert in weniger als einer Sekunde die volle Helligkeit (unter einer Sekunde). Der Geräuschpegel sinkt ebenfalls, denn das Vorschaltgerät summt nicht so laut wie die Leuchtstoffröhre.

Einen Nachteil hat es allerdings, wenn du von Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten willst: Die Anschaffungskosten der LED Tube sind höher als bei der Leuchtstoffröhre.

Leuchtstoffröhre gegen LED tauschen: Nachteile der Leuchtstoffröhren bedenken

Die hohen Anschaffungskosten für LED Tube und die Kosten, die beim LED-zu-Leuchtstoffröhre Umbau anfallen, sind erst einmal abschreckend. Aber sind die Kosten wirklich so hoch? Rechnet man die Lebensdauer von LED und Leuchtstoffröhre gegeneinander auf und setzt das in ein Verhältnis zu den Anschaffungskosten, relativieren sich die Kosten schon wieder. Und die Leuchtstoffröhre hat natürlich weitere Nachteile:

  • Die Lichtleistung der Leuchtstoffröhre ist beim Einschalten sehr gering.
  • Vorschaltgerät sorgen immer wieder für Flimmern.
  • Die Lebensdauer der Leuchtstoffröhre ist bei häufigerem Ein- und Ausschalten stark reduziert.
  • Die Umweltbelastung ist aufgrund des Quecksilbers in der Röhre sehr hoch.
  • Die Wartungs- und Entsorgungskosten sind bei Leuchtstoffröhren enorm hoch im Vergleich zu den Kosten bei LEDs.

Du siehst es schon: Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten ist keine Frage von Trend oder Zeitgeist, sondern schlicht ökologisch, ökonomisch und gesetzlich sinnvoll. Deine Stromersparnis wird bei gleicher Lichtausbeute um die 70 % betragen (abhängig natürlich von der Länge der Röhren).

Die passende LED-Röhre

Die am häufigsten verbauten Leuchtstoffröhren haben den Typ T5 oder T8. Kleinere Baugrößen sind zwar in Spiegelschränken und in Form von Unterbauleuchten zu finden, sind aber seltener. Der Typ ist wichtig, damit du die passende LED Tube findest.
Wir verbinden Leuchtstoffröhren heute mit Produktionsstätten, Industriehallen und Werkstätten. Aber auch im privaten Bereich finden wir häufig noch Leuchtstoffröhren: In den Garagen und Kellern, in Hobby-Werkstätten und dergleichen spielen sie eine wichtige Rolle. Leuchtstoffröhren sind überall dort im Einsatz, wo große Flächen eine gleichmäßige Beleuchtung benötigen. Das ist auch in größeren Büros und in gewerblichen Werkstätten der Fall. Generell kannst du überall die Leuchtstoffröhre gegen LED tauschen, solange du auf den passenden Ersatz achtest. Denn vom äußeren Erscheinungsbild her sind die beiden Leuchtmittel sehr ähnlich. Du findest im Handel mechanisch passende LED Tube für alle Typen von Leuchtstoffröhren. Achte auf den Sockel und die Länge: Beides muss identisch sein!

Wenn so viel gleich ist und die beiden Leuchtmittel auch noch gleich aussehen - wo liegen dann (abgesehen vom Stromverbrauch) überhaupt die Unterschiede?
Leuchtstoffröhren sind mit einem Edelgas, dem sogenannten Leuchtstoff, gefüllt. Beim Einschalten des Lichts initiiert die Drossel oder die Elektronik im Vorschaltgerät eine Zündspannung, die das Gas im Glaskörper ionisiert. Deshalb leuchtet das Gas an der Glasinnenwand. LEDs sind nicht mit Edelgas gefüllt. In der Röhre ist eine Trägerplatine untergebracht, die in einer Reihe mit LEDs bestückt ist. Diese LEDs erzeugen das Licht, indem sie Photonen aussenden. Dazu wird eine Niederspannung benötigt, die im Netzteil und im LED Treiber angelegt wird.

Vorschaltgerät ausschlaggebend für Umrüstung

Die technischen Implikationen sind also ganz andere. Und aus diesem Grund benötigen LED-Tube auch kein Vorschaltgerät oder Starter. Diese Komponenten befinden sich nicht in der Leuchtstoffröhre, sondern in der Fassung. Wer die Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten will, sollte also auch die Fassung umbauen. Generell kannst du jede Leuchtstoffröhre gegen LED tauschen - du musst aber das Vorschaltgerät entfernen. Ganz ohne Umbau geht es nicht. 

Wie genau funktioniert das nun mit dem Umstieg von Leuchtstoffröhre auf LED? 

Es hängt von der Art des Vorschaltgeräts ab. Denn hier haben sich im Laufe der vielen Jahre tatsächlich verschiedene Systeme etabliert. Geläufig sind drei Typen:

Beim KVG brauchst du nichts zu beachten, wenn du die Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten willst. Du tauschst die Röhre einfach durch eine LED Röhre. Ersetzte den Starter durch einen sogenannten Dummy-Starter. Das ist ist eine einfach Brücke, die den Strom auf die LED-Röhre leitet. Beim VVG gehst du genauso vor, du musst nichts weiter beachten.

Das EVG funktioniert allerdings nach einem anderen Prinzip. Willst du nicht die gesamte Fassung mit der Leuchtstoffröhre zusammen austauschen, darfst du keine normalen LED Röhren verwenden. Denn das EVG erzeugt eine hochfrequente Spannung, die die LED Röhre zerstört. Es gibt spezielle LED Tube, die EVG-kompatibel sind. Das geben die Hersteller an. Achte also gegebenenfalls darauf, ob die LED Röhre EVG-kompatibel ist. Um den Starter kümmerst du dich in diesem Fall überhaupt nicht, denn bei einem EVG gibt es keinen Starter.

Welches Vorschaltgerät ist überhaupt verbaut?

Es bleibt eine Schwierigkeit: Du musst herausfinden, welches Vorschaltgerät verbaut ist. Das funktioniert am einfachsten, indem du nach dem Starter suchst. Der Starter ist ein kleines, rundes Teil, das von außen zu erkennen ist. Denn der Starter schaut aus dem Gehäuse heraus. Er befindet sich manchmal allerdings auch unter der Leuchtstoffröhre. Dann siehst du ihn erst, wenn du die Röhre entfernt hast. In einigen Fällen befindet sich der Starter seitlich im Gehäuse. Ganz egal, wo du den Starter im Gehäuse findest: Ist ein Starter verbaut, funktioniert deine Leuchtstoffröhre mit KVG oder VVG. Du kannst also ganz einfach den Starter durch einen Dummy-Starter ersetzen und eine normale LED-Röhre einbauen. Findest du allerdings keinen Starter, brauchst du eine EVG-kompatible LED-Tube.

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit: Du kannst eine Elektrofachkraft beauftragen und deine Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten lassen, ohne dich selbst mit den Details zu befassen. Dann wird gegebenenfalls das Vorschaltgerät einfach ausgebaut, denn für die LED-Röhren benötigst du es nicht. In diesem Fall brauchst du bei einem vorher verbauten EVG auch keine EVG-kompatiblen LEDs, sondern setzt normale LED-Tube ein.

Schritt für Schritt von der Leuchtstoffröhre zu LED

Schritt 1: Ausgangssituation analysieren

Schau dir Fassung und Leuchtstoffröhre an: Welcher Typ Leuchtstoffröhre ist verbaut? Wie sieht die Fassung aus, wie lang ist die Röhre. Notiere dir die Angaben. Suche die Fassung ab: Gibt es einen Starter? Wenn ja, notiere es dir.

Schritt 2: LED Tube kaufen

Du benötigst die in Schritt 1 ermittelten Angaben, wenn du die neue LED Tube kaufst. Achte darauf, dass Länge, Fassung und Kompatibilität stimmen und du gegebenenfalls einen Dummy-Starter besorgst. Solltest du eine Fachkraft die Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten lassen, frag nach, was du selbst besorgst und was in der Leistung inklusive ist. Wichtig zu wissen: Umbauten an Elektroinstallationen dürfen aufgrund der bestehenden Lebensgefahr durch Stromschlag ohnehin nur durch Fachpersonal ausgeführt werden!

Schritt 3: Alte Röhre entfernen

Nimm die Sicherung heraus oder schalte den Hauptschalter aus. Dann nimmst du die alte Röhre und den Starter aus der Fassung.

Schritt 4: Neue LED Tube einsetzen

Setze gegebenenfalls den Dummy-Starter ein, danach setzt du die LED Röhre ein. Drehe sie, damit sie vorschriftsgemäß in der Fassung sitzt. Jetzt darfst du den Hauptschalter beziehungsweise die Sicherung wieder einschalten.

Was musst du sonst noch beachten?

Bei Deckenrasterleuchten sind die Leuchtstoffröhren bisweilen in einer Tandemschaltung zusammengeschlossen. Das bedeutet: Ein Vorschaltgerät betreibt zwei Röhren. Das erkennst du daran, dass auf ein Vorschaltgerät zwei Starter verbaut sind. Normale LEDs können für so eine Tandemschaltung nicht verwendet werden, du solltest hier auf Kompatibilität achten! Die Hersteller geben an, wenn die LED-Röhren Tandemschaltung können.

Achte auch auf die Lichtmenge. Die Lumenwerte liegen bei Leuchtstoffröhren höher als bei LEDs. Denn die Leuchtstoffröhren strahlen das Licht rundherum ab. LED-Röhren dagegen strahlen in einem Winkel von 120 Grad ab. Verwendest du einen Reflektor, kannst du damit die Lichtabstrahlung auf die gleichen Werte bringen wie bei der Leuchtstoffröhre.

Ein weiterer Punkt betrifft die Lichtfarbe, die in Kelvin angegeben wird. Frühe LEDs hatten das Problem, nur kaltes Licht abzugeben. Das ist heute nicht mehr so, die Lichtfarbe kann beeinflusst werden und durchaus warm ausfallen. Je höher der Wert in Kelvin ist, desto kühler ist die Lichtfarbe. Leuchtstoffröhren haben in der Regel 4.000 oder 6.500 Kelvin. Bei LED-Röhren entspricht die warmweiße Lichtfarbe für Wohnräume 3.000 Kelvin. Neutralweißes Licht von 4.000 Kelvin ist dagegen oft für Büros und Flure geeignet. Benötigst du in einer Werkstatt oder in der Garage möglichst tageslichtartige Helligkeit, sollten es 6.000 Kelvin sein.

Für Schnellleser und -leserinnen:
7 Tipps für eine erfolgreiche Umrüstung

  • 1. Generell kannst du jede Leuchtstoffröhre gegen LED tauschen. 
  • 2. Achte auf die Länge und die Fassung der Röhren: Beides muss identisch sein, wenn du die Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten willst.
  • 3. Achte auf das Vorschaltgerät: Starter müssen durch Dummy-Starter ersetzt werden. Ist kein Starter vorhanden, brauchst du eine EVG-kompatible LED Röhre. 
  • 4. Tandemschaltung? Funktioniert nur mit den entsprechenden Tandem-geeigneten LED Röhren!

  • 5. LEDs strahlen in einem Winkel von 120 Grad ab, Leuchtstoffröhren ganze 360 Grad. Willst du hohe Lumenwerte, brauchst du bei LED Röhren Reflektoren.
  • 6. Achte auf die Lichtfarbe: 3.000 Kelvin für Wohnräume, 4.000 Kelvin für Büros, 6.000 Kelvin für größtmögliche Helligkeit.
  • 7. Elektroinstallationen dürfen nur von Fachleuten umgebaut werden. Geht es um mehr als nur den Austausch der Röhre selbst, beauftrage einen Fachbetrieb!