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Schutzklasse I


Elektrotechnik – Schutzklasse I : Schutzleiter-Schutzmaßnahme


Bei Geräten der Schutzklasse I ist der Schutz gegen gefährliche Körperströme zweifach ausgeführt:



  1. durch die Basisisolierung der aktiven Teile

  2. durch eine metallene Umhüllung, an die der Schutzleiter PE angeschlossen ist (PE = Protection Earth)


Da in jeder Verbraucheranlage sind Geräte der Schutzklasse I vorhanden sind, z. B. Elektroherde, Kühlschränke, Waschmaschinen usw., ist bei der Hausinstallation immer eine Schutzleiter-Schutzmaßnahme erforderlich. Bei jedem Hausanschluss wird ein Hauptpotentialausgleich vorgenommen, dazu werden der Hauptschutzleiter und alle metallenen Rohrsysteme und Gebäudekonstruktionen an einer zentralen Stelle miteinander verbunden und geerdet. Diese Verbindung erfolgt an der Potentialausgleichsschiene. An diese werden angeschlossen:



  1. der Haupterdungsleiter

  2. der Hauptschutzleiter PEN des Stromversorgungsnetzes (PEN = Protection Earth Neutral = Neutralleiter mit Schutzleiterfunktion)

  3. die Hauptpotentialausgleichsleiter für Wasser-, Gas-, Heizungsrohre usw.

  4. die Hauptpotentialausgleichsleiter von Blitzschutz-, Fernmeldeanlagen usw.


Die Wirkungsweise der Schutzmaßnahme:


Bei einem Isolationsfehler entsteht ein Körperschluss:

Zwischen dem aktiven Teil des Gerätes und seiner Metallumhüllung besteht eine leitende Verbindung. Der Metallkörper nimmt das Potential des aktiven Teils an.


Berührt der Mensch das defekte Gerät, so kann dies als ein „indirektes“ Berühren der aktiven Teile des Gerätes angesehen werden. Daraus ergibt sich auch die Bezeichnung für diese Schutzmaßnahme: „Schutz bei indirektem Berühren“.


Bei einem Körperschluss entsteht ein Fehlerstromkreis über den PE-Leiter. Berührt ein Mensch das defekte Gerät, so teilt sich der Fehlerstrom auf, und es fließt ein Körperstrom. Damit dieser Körperstrom den Menschen nicht gefährdet, müssen Stromstärke und Einwirkzeit möglichst gering sein.

Die Schutzleiter-Schutzmaßnahme bietet nur dann einen ausreichenden Schutz gegen gefährliche Körperströme, wenn im Fehlerfall



  1. die Berührungsspannung 50 V Wechselspannung nicht überschreitet oder

  2. eine schnelle Abschaltung des Fehlerstromkreises erfolgt


Ein Körperschluss wirkt wie ein Kurzschluss und führt folglich zu einem hohen Fehlerstrom. Die Abschaltung des Fehlerstromkreises kann daher mit einem Überstrom-Schutzorgan (Leitungsschutzschalter oder -sicherung) erfolgen.


Vorgeschriebene Abschaltzeiten:


1. 0,2 s für Stromkreise bis 35 A Nennstromstärke mit Steckdosen und

für Stromkreise mit ortsveränderlichen Betriebsmitteln der Schutzklasse I, die während des Betriebes dauernd in der Hand gehalten oder umfasst werden

1. 5 s für alle anderen Stromkreise










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