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Notbeleuchtung


Arten der Notbeleuchtung


Notbeleuchtung ist eine Beleuchtung, die bei Störung der allgemeinen Stromversorgung der künstlichen Beleuchtung rechtzeitig wirksam wird. Sie ist der Oberbegriff von Ersatzbeleuchtung und Sicherheitsbeleuchtung.


Die Ersatzbeleuchtung dient dem Weiterführen der laufenden Tätigkeit, die aus bestimmten Gründen (z.B. bei Operationen im Krankenhaus) nicht abgebrochen werden kann.


Die Sicherheitsbeleuchtung gliedert sich in




  • die Sicherheitsbeleuchtung von Rettungswegen (für das sichere Erkennen der Rettungswege und das gefahrlose Verlassen der Räume).

  • die Antipanikbeleuchtung (soll das Risiko von Panik bei großen Menschenansammlungen, wie Open-Air- Konzerten, nächtlichen Großveranstaltungen, im Zuschauerbereich bei Hallensportveranstaltungen usw., sowie z.B. in Kaufhäusern verringern und ausreichende Sehbedingungen zur Orientierung und zum sicheren Gehen zu den Rettungswegen schaffen) und

  • die Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung (für das gefahrlose Beenden von Tätigkeiten und Verlassen des Raumes).



Regelwerke


Ob eine Notbeleuchtung erforderlich bzw. vorgeschrieben ist oder nicht, ist Aufgabe gesetzlicher und weiterer Vorschriften des Unfallverhütungsrechtes, des Arbeitsschutzrechtes und des Baurechts, die in nahezu allen europäischen Ländern existieren.


Wenn eine Notbeleuchtung erforderlich bzw. vorgeschrieben ist, gelten



  • für die lichttechnischen Anforderungen an die Notbeleuchtung die europäische Norm EN 1838

  • für die Sicherheit bei Stromausfall in Sportstätten zusätzlich EN 12193

  • für die elektrotechnischen Anforderungen die europäische Norm EN 50172 „Sicherheitsbeleuchtungsanlagen“, in Deutschland als DIN EN 50172, Ausgabe 2005 – 01 (früher VDE 108, Teil 100), in der Schweiz als SN EN 50172, Ausgabe 2004-08 und in Frankreich als Norm-Entwurf C71-822PR veröffentlicht

  • für die Leuchten EN 60598-2-22 „Leuchten – besondere Anforderungen – Leuchten für Notbeleuchtung“

  • für die Kennzeichnung der Rettungswege die internationale Norm ISO 3864, „Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen“, die in Deutschland als DIN ISO 3864, in Frankreich als NF X08-021 und in England als Norm-Entwurf 04/30118293 DC veröffentlicht sind.

  • In Deutschland gilt außerdem DIN 4844 „Sicherheitskennzeichnung“ und die Berufsgenossenschaftliche Vorschrift BGV A8 (früher VBG 125).


Die im Anhang von EN 1838 aufgeführten sogenannten A-Abweichungen zeigen, dass in einigen Ländern aufgrund gesetzlicher Bestimmungen abweichende Beleuchtungsniveaus vorgeschrieben sind. Es sind also zusätzlich zu den aufgeführten Normen noch länderspezifische Gesetze und Regelungen zur Notbeleuchtung zu berücksichtigen.


Den nachfolgenden Mindestanforderungen an die Notbeleuchtung liegen die Festlegungen von EN 1838 zugrunde, die jedoch nur für Räume gelten, in denen keine zusätzlichen Sichtbehinderungen etwa durch Rauch, Dunst oder Verqualmung vorliegen. Ein durch Brand ausgelöster Ausfall der allgemeinen Stromversorgung kann die Fluchtbedingungen wesentlich dadurch beeinträchtigen, dass die Personen wegen stark eingeschränkter Sichtweite die Orientierung verlieren und die Rettungswegkennzeichnung, die sich nach EN 1838 mindestens 2 m über dem Boden befinden muss, nicht erkennen.


Rauch steigt schnell in die oberen Raumschichten und bildet bis etwa 0,5 m über dem Boden eine „raucharme“ Zone. In diesem Bereich sollen Sicherheitsleitsysteme angeordnet werden, die zu den Fluchtwegen führen.


EN 1838 wird gegenwärtig im Hinblick auf Erweiterung des Gültigkeitsbereiches auch für raucherfüllte Räume überarbeitet.


Ersatzbeleuchtung


Die Ersatzbeleuchtung soll die ungestörte Fortführung der Arbeit – gegebenenfalls auch nur für einen begrenzten Zeitraum – ermöglichen. Sofern die Tätigkeit

auch nach Ausfall der allgemeinen Stromversorgung durchgeführt werden soll, ergeben sich die lichttechnischen Anforderungen an die Ersatzbeleuchtung aus der Art der Tätigkeit und der davon abgeleiteten Sehleistung während der Zeit der normalen Stromversorgung. Soll die Arbeit jedoch in einer angemessenen Zeit heruntergefahren (beendet) werden, können auch geringere Anforderungen an die Beleuchtung akzeptiert werden. Zwar werden in EN 1838 dazu keine genauen Angaben gemacht, mindestens ist jedoch 1⁄10 des für den Normalfall vorgeschriebenen Wartungswertes der Beleuchtungsstärke erforderlich. Die Umschaltung erfolgt meist unterbrechungsfrei innerhalb von 0,5 Sekunden.


Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege


Rettungswege müssen gemäß gesetzlicher Bestimmungen beleuchtet und gekennzeichnet werden, um die erforderlichen Evakuierungsmaßnahmen nach Ausfall

der allgemeinen Stromversorgung durchführen zu können.


Rettungszeichen-Leuchten alleine sind allerdings kein Ersatz für die Sicherheitsbeleuchtung des Rettungsweges. Dazu sind spezielle Sicherheitsleuchten (Notleuchten), gegebenenfalls mit eigener Energiequelle, oder entsprechende Bausätze innerhalb der Leuchten der Allgemeinbeleuchtung notwendig.


Die Leuchten für die Sicherheitsbeleuchtung sollen mindestens 2 m über dem Boden angeordnet sein.


Die minimale Beleuchtungsstärke der Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege von 1 lx (siehe Tabelle 1.14-6) gilt für Rettungswege bis 2 m Breite für die Mittellinie des Rettungsweges, direkt auf dem Boden. Der Mittelbereich des Rettungsweges mit mindestens der halben Wegbreite (bis 1 m) darf an keiner Stelle schlechter als mit 0,5 lx beleuchtet sein. Rettungswege mit mehr als 2 m Breite sind wie benachbarte Rettungswege zu betrachten bzw. mit einer Antipanikbeleuchtung zu beleuchten.


Der Minimalwert der Beleuchtungsstärke von 1 lx, der zu keiner Zeit unterschritten werden darf (Wartungswert), gilt für batteriebetriebene Leuchten bis zur Nennbetriebsdauer von 1 Stunde.


Nach EN 50172 sollen die Bereiche unmittelbar außerhalb des Endausganges ebenfalls wie die Rettungswege innerhalb des Gebäudes beleuchtet sein, um den Weg zu einer „sicheren Stelle“ (Platz, an dem für Personen keine Gefahren bestehen) zu erreichen.


Nach der gleichen Norm sollten Aufzugskabinen bei Ausfall der allgemeinen Stromversorgung eine Antipanikbeleuchtung aufweisen, um Panik unter Menschen

im kleinen Raum zu vermeiden.


Notausgänge und die Wege dazu müssen mit in ISO 3864 bzw. in Deutschland auch in DIN 4844 genormten Sicherheitszeichen gekennzeichnet sein. Diese Zeichen müssen von einer externen Lichtquelle beleuchtet oder von einer internen Lichtquelle hinterleuchtet sein und entlang des gesamten Rettungsweges

bis zu sicheren Bereichen gut sichtbar angebracht sein.


Hohe Kontraste zwischen den hellen Notleuchten und dem Hintergrund können zu erheblichen Sehstörungen führen. Daher ist die Begrenzung der physiologischen Blendung von besonderer Bedeutung. Als Kriterium dafür wird die maximale Lichtstärke Imax in cd der Leuchten herangezogen (Tabelle 1.14-2). Diese Werte gelten



  • bei horizontal verlaufenden Rettungswegen für den Ausstrahlungsbereich von 60° bis 90° zur Senkrechten und für alle Azimutwinkel (Winkel in der Horizontebene, also rundum)

  • bei allen anders verlaufenden Rettungswegen, z.B. Treppen, Rampen usw., für alle Ausstrahlungswinkel der Leuchten.



Antipanikbeleuchtung


Die Antipanikbeleuchtung soll bei größeren Menschenansammlungen bei Ausfall der allgemeinen Stromversorgung das Auftreten von Panik vermeiden und es den Personen ermöglichen, bei einer gewissen Helligkeit (0,5 lx, entspricht etwa einer klaren Vollmondnacht) Stellen zu erreichen, von denen eindeutig gekennzeichnete Rettungswege ausgehen.


Die lichttechnischen Anforderungen gelten für die gesamte Bodenfläche, ausgenommen Randbereiche von max. 0,5 m Breite.


Sicherheitsbeleuchtung in Sportstätten


Um die Sicherheit der Teilnehmer von Sportveranstaltungen zu gewährleisten, ist über die Festlegungen von EN 1838 hinaus auch EN 12193 zu berücksichtigen. Danach ist zur geordneten Beendigung einer Sportveranstaltung bei Lichtausfall ein bestimmter Prozentanteil der Beleuchtungsstärke der betreffenden Beleuchtungsklasse erforderlich. Diese Prozentwerte sind für die in Tabelle enthaltenen Sportarten anzuwenden. Die Sicherheitsbeleuchtung muss sofort einsetzen, wenn die Allgemeinbeleuchtung ausfällt und muss für die in Tabelle angegebene Zeit zur Verfügung stehen. Danach wirkt die Notbeleuchtung nach EN 1838.


Für das Fortsetzen einer Sportveranstaltung bei Lichtausfall muss das Beleuchtungsniveau mindestens der Klasse III der betreffenden Sportart entsprechen.



Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung


Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung ist dort einzurichten, wo bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung eine unmittelbare Unfallgefahr besteht oder besondere Gefahren für andere Arbeitnehmer entstehen können.


Beispiele: Nicht genügend gesicherte heiße Bäder, Schmelzen, Tauchbecken, Gruben, Flurförderer und Hebezeuge mit heißen Massen, bei explosionsgefährlichen, giftigen, stark ätzenden Stoffen, bei schnell laufenden Maschinen, bei denen ungeschützte, bewegte Massen nachlaufen können (z.B. Walzen, Rotationsdruckmaschinen, Drahtseilmaschinen usw.), auf Bühnen, Szenenflächen, Rennbahnen und Manegen. Die üblichen Holzbearbeitungsmaschinen (z.B. Kreissägen, Hobelmaschinen) sowie Bohr- und Drehmaschinen gehören dann nicht dazu, wenn diese bei Ausfall der

allgemeinen Stromversorgung durch besondere Maßnahmen sofort stillgesetzt werden. Besondere Gefahren für Dritte können entstehen z.B. an Schaltwarten für Hochöfen, Schmelzöfen, Walzenstraßen, Durchlaufglühöfen, in Kraftwerken und chemischen Betrieben, an Bedienplätzen in elektrischen Betriebsräumen, an Drucklufterzeugern, in Hydraulikanlagen, an Kühlwasserpumpen sowie an Arbeitsplätzen mit Absperrund Regeleinrichtungen, die bestimmungsgemäß zur Vermeidung von Gefahren bedient werden müssen.


Der Wartungswert der Beleuchtungsstärke der Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung sollte mindestens 10% der für Normalbetrieb genormten Werte betragen, mindestens jedoch 15 lx. Der Wert muss maximal 0,5 Sekunden nach Ausfall der allgemeinen Stromversorgung erreicht sein.


Sicherheitszeichen


Rettungswege müssen bis zu sicheren Bereichen, insbesondere bis zu Ausgängen ins Freie, gekennzeichnet werden, und zwar sowohl bei allgemeiner Stromversorgung als auch bei deren Ausfall. Sie müssen in jeder Situation gut erkennbar sein und bei Stromausfall durch eine Notbeleuchtung sichtbar gemacht werden.


In der EU-Richtlinie 92/58/EWG über Mindestvorschriften für die Sicherheits- und/oder Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz sind die Formate von Schildern für die Sicherheitskennzeichnung, z.B. zur Rettungswegkennzeichnung und zur Kennzeichnung von Stellen für die Erste Hilfe, festgelegt.


Die Zeichen selbst sind in ISO 3864 und in Deutschland zusätzlich in DIN 4844-2 sowie in den berufsgenossenschaftlichen Vorschriften BGV A8 (früher VBG 125) detailliert genormt (siehe Bild 1.14-3). Sicherheitszeichen, beleuchtete oder hinterleuchtete (Rettungszeichenleuchten) müssen innerhalb von 5 Sekunden 50% und nach 60 Sekunden 100% der geforderten Leuchtdichte aufweisen. Die Farben sind in ISO 3864 festgelegt. Für die Rettungsweg-Kennzeichnung gilt die Sicherheitsfarbe Grün. Grüne Flächen des Zeichens müssen an jeder Stelle eine Leuchtdichte von mindestens 2 cd/m2 und eine Gleichmäßigkeit von Lmin/Lmax von 1:10 aufweisen. Falls Rauch auftreten kann, muss diese Leuchtdichte mindestens 10 cd/m2 betragen. Durch eine Gefährdungsanalyse ist das mögliche Entstehen von Rauch zuvor zu ermitteln. Die mittlere Leuchtdichte weißer Flächen muss das 5- bis 15-fache der (mittleren) Leuchtdichte der grünen Fläche betragen.


Hinterleuchtete Zeichen führen zu einer doppelten Erkennungsweite im Vergleich zu gleich großen beleuchteten Zeichen. Die Erkennungsweite d ergibt sich aus der Höhe des gesamten Zeichens p und einer Konstanten s:



s = 200 für hinterleuchtete Zeichen

s = 100 für beleuchtete Zeichen


Planung




Die Tabelle enthält die Anforderungen an die Notbeleuchtung nach EN 1838. Diese Werte weichen zum Teil von denen nach DIN VDE 0108 ab. Deren Nachfolgenorm EN 50172 enthält keine konkreten Zahlenwerte hinsichtlich der Einschaltverzögerung. Die Planung der Notbeleuchtung erfolgt mit den für die Leuchte gültigen Isoluxkurven. Sie geben die horizontale Beleuchtungsstärke in maximal 0,2 m über dem Boden einer Leuchte an, gelten für die angegebenen Lichtpunkthöhen und gemäß EN 1838 ohne Lichtreflexionen an Decke und Wänden. Der Wartungsfaktor von 0,80 ist bereits berücksichtigt. Die Überlagerung der Isoluxkurven (Addition der Kurvenparameter) entsprechend dem Leuchtenabstand erlaubt eine einfache Prüfung, ob die Minimalbeleuchtungsstärke von 1 lx erreicht wird. Die Überprüfung der minimalen Beleuchtungsstärke von 0,5 lx auf dem Mittelteil des Rettungsweges mit einer Breite von 1 m ist meist nur mit einer punktweisen Berechnung der Beleuchtungsstärke möglich.


Planungsbeispiel












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